Armenier-RheinMain/Armenische Kirche

  • Willkommen

    Willkommen! Hier bekommen Sie Informationen über die Armenier und die Armenische Kirche sowie über das Gemeindeleben und die Aktivitäten unserer Gemeinden in RheinMain-Gebiet.

    Բարի գալուստ: Այս Կայքէջում կը ստանաք տեղեկութիւններ Հայութեան եւ Հայ Եկեղեցու, ինչպէս նաեւ Հռենոս/Մայն Երկրամասի համայնքային կեանքի եւ ձեռնարկների մասին:

  • Mitglied werden

  • Gallery

    osterfeier-20 voices-of-artsakh-konzert-25 hl-ostermesse-02 hl-ostermesse-12 hanau-weihnachten-2009-saal paulskirche-2009-017
  • Besucherstatistik

    Heute: 70
    Gesamt: 81683
  • Kontakt

  • Impressum

  • Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel


    Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel
    Վերափոխումն Սուրբ Աստուածածնի

    Հայերէն

    Das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel (arm. Werapochumn Surp Astvadzadzni) ist eines der 5 Hochfeste der Armenischen Kirche. Dies ist der Fall, weil die Mutter Gottes als „Mutter unseres Herrn und Heilands Jesus Christus“ für das Christentum und auch für die Armenische Kirche eine der größten Heiligen ist. (Über die Lehre der Verehrung der Heiligen in der Armenischen Kirche siehe hier.)

    In der Armenischen Kirche wird das Fest der Aufnahme Mariens in den Himmel alljährlich am Sonntag, der dem 15. August am nächsten ist (wenn der 15. selbst nicht auf einem Sonntag fällt), gefeiert. Also zwischen dem 12. und 18. August. Weiterlesen »

    Pfingsten/Հոգեգալուստ


    Pfingsten (Pentekost) | Հոգեգալուստ (Պենտեկոստէ)

    Pfingsten (Pentekost)

    Das armenische Wort „Hogegalust“ (arm. Հոգեգալուստ) verdeutlicht schon die Bedeutung dieses Festes. Am diesen Tag feiert die Kirche das Herabkommen des Heiligen Geistes auf Apostel. „Surb Hogi“ oder „Surp Hoki“ bedeutet „Hl. Geist“ und „Galust“ oder „Kalusd“ bedeutet „Ankunft“ oder „Herabkommen“. Gemäß dem Neuen Testament geschah dieses wunderbare Ereignis am 50. Tag nach der Auferstehung Jesu Christi. Weiterlesen »

    Christi Himmelfahrt/Համբարձում Քրիստոսի


    Christi Himmelfahrt
    Տօն Համբարձման Յիսուս Քրիստոսի

    Am 40. Tag nach dem Auferstehungsfest des Herrn (Osterfest) feiert die christliche Kirche das Fest der Himmelfahrt unseres Herrn Jesus Christus. Dieses Fest ist eines der ältesten Feste der christlichen Kirche. Es ist ein bewegliches Fest und wird abhängig vom Osterdatum in der Zeit vom 30. April bis 3. Juni an einem Donnerstag gefeiert.

    Gemäß dem Zeugnis des Neuen Testaments setzt Jesus Christus nach seiner glorreichen Auferstehung sein Wirken auf dieser Welt noch 40 Tage fort, erscheint er seinen Jüngern und vielen anderen Anhängern. Am 40. Tag nach der Auferstehung erscheint Jesus ein letztes Mal seinen Jüngern, Weiterlesen »

    Ostern/Սբ. Զատիկ


    Osterfest:
    Fest der Auferstehung des Herrn
    Սուրբ Զատիկ`
    Տօն Յարութեան Յիսուսի Քրիստոսի

    „Ist aber Christus nicht auferweckt worden, dann ist …euer Glaube sinnlos“ (1. Kor 15, 14)

    Mit diesen Worten unterstreicht der Apostel Paulus die Bedeutung und Tragweite der Auferstehung Christi. Folglich gibt es kein Christentum ohne die Auferstehung Christi und ohne den Glauben an die Auferstehung. Der ganze christliche Glaube ist im Glauben an die Auferstehung Christi verankert. Und es ist nicht zufällig, dass das Auferstehungsfest des Herrn von unseren Vätern als Fest der Feste bezeichnet wurde.

    Vor mehr als zwei tausend Jahren wurde mit den Worten des weißgekleideten Engels „Was sucht ihr den Lebenden bei den Toten? Er ist nicht hier, sondern er ist auferstanden“ (Lk 24, 5-6) die frohe Botschaft der Auferstehung des Herrn den Frauen, die zum Grabe Jesu kamen, dann den Aposteln und anderen verkündet. Weiterlesen »

    Hl. Vartanantz/Սուրբ Վարդանանք


    HL. VARTANANK
    ՍՐԲՈՑ ՎԱՐԴԱՆԱՆՑ

    Alljährlich gedenken die Armenische Kirche und die Armenier am Donnerstag vor dem Beginn der Großen Fastenzeit vor Ostern (Dieses Jahr am 12. Februar) an die „Heiligen Vartanank“.

    Das „Vartanantz-Fest“ ist eines der bedeutendsten und symbolvollen Feste der Armenischen Kirche und des Volkes. Es verbindet in sich eine religiöse und zugleich eine nationale Eigenschaft. Unter der Bezeichnung „Vartanank“ verstehen unsere Kirche und unser Volk jene 1036 heilige Opfer, die unter der Führung vom Sparapet (Oberbefehlshaber) Vartan Mamikonian im Jahre 451 auf dem Feld von Avarayr ihr Leben in der Schlacht gegen das zoroastrische Persien „wegen des Glaubens und wegen der Heimat“ gaben.

    Das „Vartanantz-Fest“ ist der Namenstag für die folgenden Namen: Vartan, Vahan, Garegin, Choren, Artak, Arsen, Tatjat, Mamikon, Hmayak, Satenik. Es ist auch der Namenstag aller anderen armenischen männlichen Namen, wie z. B. Armen, Hayk, Aram, Azat, Ashot, Aspet, Ari, Saro, Tigran usw., die keinen besonderen Namenstag im Jahr haben.

    Über das „Vartanantz-Fest“ lesen Sie diese PDF-Datei Hl. Vartanank.

    Ամէն տարի, Բուն Բարեկենդանին նախորդող Հինգշաբթի օրը (Այս տարի 12 Փետրուարին) Հայ եկեղեցին եւ ժողովուրդը ոգեկոչում են յիշատակը „Սուրբ Վարդանանց“։

    Վարդանանց տօնը մեր եկեղեցու եւ ժողովրդի ամենակարեւոր ու խորհախորհուրդ կրօնական եւ ազգային տօներից մէկն է: „Վարդանանք“ ասելով մեր ժողովուրդն ու եկեղեցին հասկանում են այն 1036 սուրբ նահատակները, որոնք հայոց սպարապետ Վարդան Մամիկոնեանի գլխաւորութեամբ 451 թուականին Աւարայրի դաշտի վրայ իրենց կեանքը ընծայաբերեցին ընդդէմ մազդէական Պարսկաստանի մղուած „վասն հաւատի եւ վասն հայրենեաց“ ճակատամարտի ընթացքում։

    Վարդանանց տօնը անուանակոչութեան օրն է բոլոր նրանց, ովքեր կրում են Վարդան, Վահան, Գարեգին, Խորէն, Արտակ, Արսէն, Տաճատ, Մամիկոն, Հմայակ, Սաթենիկ անունները, ինչպէս նաեւ բոլոր հայկական արական այն անունների, ինչպէս օրինակ՝ Արմէն, Արամ, Հայկ, Ազատ, Աշոտ, Ասպետ, Արի, Սարօ, Տիգրան եւլն., որոնք իրենց անուան յատուկ օրը չունեն:

    “Սուրբ Վարդանանց” մասին կարդացէք այստեղ՝ “Սուրբ Վարդանանք”:

    Weihnachten bei den Armeniern



    Weihnachten bei den Armeniern
    Հայկական Սուրբ Ծնունդ

    Vorwort | Dschragaluytz oder Chètum | Weihnachtshymnen | Wieso am 6. Januar? | Taufe des Herrn: Wasserweihe | Historische Wasserweihen | Weihnachtsbräuche | Haussegnung |

    Vorwort

    Das Weihnachtsfest (arm. Surp Dznunt) ist das fröhliche und beliebte Fest der Armenischen Kirche und des armenischen Volkes und wird prunkvoll gefeiert.

    Die Geburt des Sohnes Gottes, die wir auch als Gottesoffenbarung bezeichnen, geschah vor gut 2000 Jahren. Jesus ist in Bethlehem, unter sehr einfachen Bedingungen geboren worden. Er lebte auf dieser Erde nur 33 Jahre. Von der Geburt an bis zum Tod am Kreuz war sein Leben außergewöhnlich und beispielhaft. Er war und bleibt für den Menschen die Person, durch wen er den wahren Gott erkennt.

    Die Menschen haben seit Anfang an immer eine Religion. Sie haben verschiedene Naturmächte, Tiere, symbolische Götzen bzw. Idole, weise und mächtige Personen, Pharaonen und Könige angebetet, Anbetungsorte und Tempel errichtet, aber keine Religion vor Christus schaffte es, die Suche des Menschen nach wahrem Gott zu befriedigen. Durch Christus hat sich Gott der Menschheit offenbart, um dieser Suche ein Ende zu setzen. Gott hat seinen Sohn der Menschheit geschenkt, damit er ihr die Wahrheit offenbart und sie zum wahren Gott führt. Deshalb betrachtet man die Geburt Christi als ein wichtiger Wendepunkt im Leben und in der Geschichte der Menschheit.

    Die Kirche feiert die Geburt des Herrn als ein Fest des Lichtes und der Liebe, der Wahrheit und des Friedens. Dieses Fest wird nicht als ein historisches Ereignis gefeiert, das in der Vergangenheit geschah und bleibt, sondern als ein Fest, das sich auch heute fortsetzt und geschieht. Das Evangelium ist kein historisches Buch, das zur Vergangenheit gehört, und Jesus ist keine Person der Vergangenheit. Die Kirche bekennt: „Jesus Christus war und ist gestern und heute und in der Zukunft“. Der Gottessohn als „Weg, Wahrheit und Leben“ führt auch heute den Menschen zum Gott und leuchtet seinen Weg.

    Dschragaluytz oder Chètum
    Ճրագալոյց կամ Խթում

    Die Armenisch-Apostolische Kirche hat am Vortag (arm. Nachadonag) der zwei wichtigen Herrenfeste – vor Weihnachten und vor Ostern – spezielle vorfestliche Gottesdienste. Die Abendgottesdienste dieser zwei Tagen bezeichnet man als Dschrakaluytz. In der volkstümlichen Sprache heißen sie auch Chètum. Der erste Dschrakaluytz im Jahr ist immer am 5. Januar, da die Armenier immer am 6. Januar Weihnachten feiern. Und der zweite Dschrakaluytz ist immer am Sonnabend zum Ostern, also zwischen 22. März und 28. April.

    Am Dschrakaluytz Tag, nach dem Sonnenuntergang, findet in einer eindrucksvollen Atmosphäre die abendliche Hl. Messe statt. Im religiösen Sinne beginnt schon das Fest der Geburt des Herrn. Deshalb singen die Chöre in den armenischen Kirchen den fröhlichen Hymnus: „Christus ist geboren und erschienen“ (arm. Krisdos dznav yev haydnetzav).

    Der Vorabend des Festes wird Dschrakaluytz genannt, weil es ein Brauch war und ist, dass die Gläubigen während des Abendgottesdienstes in ihren Händen Öllampen bzw. Kerzen tragen. „Dschrakaluytz“ ist ein armenisches Wort, das eine Zusammensetzung von zwei Wörtern ist: „Dschrak“ und „Letznel“. Wörtlich bedeutet es: „Die Lampen mit Öl füllen“.
    Es war und ist ein Brauch, in den Häusern während dieser Nacht eine Öllampe bzw. Kerze brennen zu lassen. Dies ist keine zufällige Tradition. Symbolisch erinnert diese brennende Lampe an den Stern, der in der Nacht der Geburt von Jesus Christus im Himmel leuchtete und die Hirten zur Krippe des Herrn leitete. Die brennende Lampe oder Kerze, die leuchtet, symbolisiert Jesus Christus, der von sich gesagt hat: „Ich bin das Licht der Welt“. Und wenn wir das Fest der Heiligen Geburt des Herrn feiern und eine Kerze oder eine Lampe anzünden, erinnern wir uns an diese Worte.

    In vielen Orten nennt man diesen Abend auch als Tatachman Kisher (Abend des Eintunkens). Das älteste männliche Familienmitglied nimmt die aus der Kirche speziell für diesen Abend gebrachte Hostie (arm. Neshchar), bricht gemäß der Zahl der anwesenden Familienmitglieder und teilt aus. Jeder nimmt seinen Teil taucht im Wein ein und isst. Aus diesem Grund bezeichnet man es als Tatachman Gisher oder Tatachman Entrik. Bis heute ist dieser schöne Brauch insbesondere bei den Iran-Armeniern verbreitet.

    In manchen Orten besuchen die Jugendgruppen bzw. die Chormitglieder der Kirche nach der Heiligen Abendmesse die Häuser und Wohnungen der Kirchen- bzw. Gemeindemitglieder, singen Weihnachtslieder und singend gratulieren sie zum Fest. Die Familien erwarten diese Gesangsgruppen mit Freude, gern machen sie ihre Türen auf und empfangen sie. Die Familien finden auch ermutigende Worte für diese Gruppen und geben denen auch kleine Geschenke.

    In den Ländern, wo wir eine zahlreiche und kompakt lebende armenische Gemeinschaft, insbesondere aber armenische Schulen haben, gehen die Schulkinder, entsprechend der schönen Tradition, gemeinsam zur Kirche und bekommen die weihnachtliche Hl. Kommunion.

    Weihnachtshymnen
    Ծննդեան Երգեր

    In den armenischen Weihnachtstagen, die bis zum 13. Januar dauern, singt man in den armenischen Kirchen das Weihnachtslied „Oh, großes und wunderbares Geheimnis“ (arm. Chorhurd medz yev skantscheli), welches der armenische Geschichtsschreiber Movses Chorenatzi im Jahre 441 schrieb:

    „Oh, großes und wunderbares Geheimnis,
    das am heutigen Tag erschien.
    Die Hirten singen mit Engeln und
    geben die frohe Botschaft der Welt:
    Es ist ein neuer König in Bethlehem geboren.
    Oh, Menschenkinder, singt Loblieder,
    denn er ist für uns Mensch geworden.
    Der grenzlose des Himmels und
    der Erde ist in einem Wickel bedeckt,
    Vom Vater nicht getrennt
    ist er in der heiligen Krippe gethront.
    Christus ist geboren und erschienen.

    An diesen Tagen singen wir ein anderes Weihnachtslied auch:

    Heute ist das Fest der Heiligen Geburt, frohe Botschaft,
    Das Fest der Offenbarung unseres Herrn, frohe Botschaft,
    Heute ist die Sonne der Gerechtigkeit, frohe Botschaft,
    unter den Menschen erschienen, frohe Botschaft,
    Heute stiegen die Engel des Himmels herab, frohe Botschaft,
    Und singen mit uns Loblieder dem Herrn, frohe Botschaft.
    Christus ist geboren und erschienen, frohe Botschaft.

    Warum feiern wir Weihnachten am 6. Januar?
    Ինչու ենք Սուրբ Ծնունդը նշում 6 Յունուարին

    Das Weihnachtsdatum ist keine dogmatische Frage, sondern ist mit den Kalenderzählungen verbunden. Hier soll man betonen, dass in der Vergangenheit, seit dem Beginn der Christenheit bis zum 4. Jahrhundert, bei manchen Kirchen bis zum 5. Jahrhundert, alle christlichen Kirchen die Geburt und die Taufe von Jesus Christus als ein gemeinsames und von einander nicht trennbares Fest am 6. Januar gefeiert und das gemeinsame Fest als Fest der Gottesoffenbarung bezeichnet haben. Unter diesem Begriff haben die Kirchen sowohl die Geburt als auch die Taufe des Herrn verstanden, weil Jesus Christus in den beiden Ereignissen als Sohn Gottes der Menschheit offenbart wurde. Deshalb betrachtete man beides als miteinander eng verbundene und untrennbare Ereignisse, die sich auch gegenseitig vervollständigten, und feierte beides am selben Tag.

    In den 4.-5 Jahrhunderten haben fast alle Kirchen aus unterschiedlichen kalendarischen, praktischen, kirchenpolitischen Gründen das Fest der Geburt, also Weihnachten, vorverlegt und feiern es am 25. Dezember. Und der 6. Januar blieb als Fest der Taufe des Herrn (Epiphanie). Die endgültige Entscheidung darüber ist im Kirchenkonzil von Chalcedon gefallen, an dem die Armenische Kirche nicht teilgenommen hat, weil unsere Vorfahren in Armenien einen wichtigen Kampf „für die Verteidigung des Glaubens und der Heimat“ gegen Persien führten. Als Jahre später die Beschlüsse dieses Konzils Armenien erreichten, haben unsere Kirchenväter die Begründungen mancher wichtigen Entscheidungen nicht ausreichend und theologisch richtig betrachtet und demgemäß abgelehnt. Auch die Vorverlegung des Weihnachtsfestes hat unsere Kirche nicht akzeptiert und ist bis heute der alten Tradition des Frühchristentums treu geblieben.

    Die Taufe des Herrn: Wasserweihe
    Տիրոջ Մկրտութիւնը՝ Ջրօրհնէք

    Sicherlich haben viele gesehen, dass am 6. Januar in der Armenischen Kirche nach der Hl. Weihnachtsmesse eine Zeremonie stattfindet, dass man als „Wasserweihe“ (arm. Tschurorhnek) bezeichnet.

    Wie schon erwähnt wurde, ist die Taufe Christi für das Christentum ein genau so wichtiges Ereignis, wie seine Geburt. Diese Wichtigkeit wird bis heute betont, wenn auch die beiden Feste von einander getrennt wurden. Die Taufe von Jesus Christus wurde im Fluss Jordan durch den Propheten Johannes vollzogen. Deshalb nennt man diesen Propheten auch Johannes der Täufer. Zur Erinnerung und als symbolisches Zeichen dieses Taufereignisses des Herrn findet in der Armenischen Kirche die oben erwähnte Zeremonie in Form einer Wasserweihe statt. Es soll erwähnt werden, dass diese Zeremonie in Vergangenheit unter freiem Himmel, am Ufer eines Flusses, stattgefunden hat. Mit der Zeit hat man aus praktischen und klimatischen Gründen aufgehört, die Zeremonie von „Tschurorhnek“ unter freiem Himmel abzuhalten.

    Das „Tschurorhnek“ findet folgendermaßen statt: Normalerweise haben die armenischen Kirchen ein speziell für die Wasserweihe bestimmtes Gefäß. Vor der Hl. Messe füllt man das Gefäß mit sauberem Trinkwasser auf und stellt es auf den Altar, an dem die Weihnachtsmesse stattfinden soll. (Bei Bedarf können es mehrere Gefäße sein.) Erst wird die Hl. Weihnachtsmesse abgehalten, anschließend das „Tschurorhnek“. Gleich zum Beginn der Zeremonie taucht der Zelebrant, der ein Der Hayr (Pfarrer), Hayr Surp (Wartabed bzw. Archimandrit), Srpazan (Bischof bzw. Erzbischof) oder selbst der Vehapar Katholikos (Patriarch bzw. Oberhaupt der Kirche) sein kann, ein den Jesus Christus symbolisiertes großes Kreuz, das üblicherweise aus Silber oder Gold gemacht ist, ins Wasser ein. Mit der Lesung des Taufabschnittes aus dem Neuen Testament, sowie mit besonderen Gebeten und Hymnen setzt sich die Zeremonie fort. Danach nimmt der Zelebrant das im Wasser eingetauchte Kreuz raus und übergibt es dem „Taufpaten“ bzw. „Kreuzpaten“ (arm. Gnkahayr). Anschließend segnet der Zelebrant mit einem anderen Kreuz und durch die Gießung vom Myronöl (arm. Surp Müron oder Surp Meron) das Wasser, welches nach „Tschurorhnek“ an die anwesenden Gläubigen aus-geteilt wird. Viele nehmen etwas Wasser mit nach Hause auch, für die abwesenden Familienmitglieder.

    Die Rolle des „Taufpaten“ von „Tschurorhnek“, den unser Volk auch als „Chatschkavor“ bezeichnet, ist eine Ehre bzw. eine ehrenhafte Aufgabe, die jedes Jahr einem männlichen Gemeindemitglied über-tragen wird und diese Person wird im diesen Jahr als „Taufpate des Herrn“ genannt. Die betroffene Person fühlt sich geehrt und gewürdigt, macht eine Spende für die Kirche bzw. für ihre wohltätige Zwecke.

    Die weihnachtlichen Gottesdienste und Andachten dauern in der armenischen Kirche 8 Tage, bis zum 13. Januar. Diese Tage nennt man „Weihnachtliche Achttage“ (arm. Dznntyan Utorek). Am 13. Januar schließt man die Weihnachtsfeier mit dem Feiern des Namenstages von Jesus. Laut dem Neuen Testament bedeutet der Name Jesus „Em-Manuel“, das heißt „Gott ist mit uns“. Bei den Armeniern war es niemals üblich, einen sterblichen, Jesus zu nennen. Bei den anderen Völkern, insbesondere bei den Lateinamerikanern, begegnet man viele, die diesen Namen tragen.

    An diesen Achttagen begrüßt man sich wie folgt: Der Grußgeber spricht den folgenden Satz aus: „Christus ist geboren und erschienen“ (arm. „Kristos dznav yev haydnetzav“). Der Empfänger des Grußes antwortet: „Gesegnet sei die Erscheinung Christi“ (arm. „Orhnyal e haydnutyunn Krisdosi“) oder „Euch und uns eine frohe Botschaft“ (arm. „Dzezi, mezi medz avedis“).

    Wasserweihen aus der armenischen Geschichte
    Պատմական Ջրօրհնէքներ

    Aus der Geschichtsschreibung wissen wir über einige wichtige historische Wasserweihen. Ich erwähne hier nur zwei Beispiele.

    Das erste und wichtigste Beispiel ist das historische „Tschurorhnek“ am Ufer des Flusses Aradzani (Es ist ein Flusszweig von Euphrat). Bei diesem „Tschurorhnek“ am 6. Januar 303, soll der Hl. Gregor der Erleuchter (arm. Krikor Lusavoritsch) den armenischen König Trdat den Großen, die ganze Hoffamilie und abertausende andere Armenier getauft haben. Laut der Geschichtsschreibung wurden bis zu diesem Datum etwa 4 Millionen Armenier getauft worden. Bis heute befindet sich ein Felsenstein am Ufer des Flusses Aradzani, der als „Trdat’s Denkmal“ (Trdati Artzan) bekannt ist.

    Über eine andere historische Wasserweihe aus dem 13. Jahrhundert berichtet ein römisch-katholischer Mönch mit Namen Kanonikus Wildebrand, der mit einer Delegation von lateinischen Fürsten auf dem Weg nach Jerusalem zu Gast beim kilikisch-armenischen König Leon dem Zweiten (arm. Levon II. Hayotz Arka) zu Gast war. Der Mönch berichtet über das „Tschurorhnek“ vom 6. Januar 1211: „Am Fest der Gottesoffenbarung kamen wir nach Sis, wohin uns der König Leon eingeladen hat, um uns ihre Festzeremonie zu zeigen. Die Stadt Sis ist eine von ihren wichtigen Städten, die zahlreiche wohlhabende Einwohner hat. Die Armenier haben die Epiphanie-Fest so abgehalten: Zuerst haben sie zwölf Tage Buße getan und gefastet…. Am Vortag des Festes, (Am Tag von Dschrakaluytz) haben sie gar nichts gegessen (arm. Dzom prnetzin) und am Abend die Hl. Messe und während der ganzen Nacht Andachtsgottesdienste abgehalten.

    Am Morgen kamen sie zum Ufer des Flusses, nicht weit von der Stadt. Der König Leon saß auf einem schönen und kräftigen Pferd. Der Königsbruder Ruben und die zahlreichen Adligen kamen mit einem prächtigen Gefolge mit Hoffahnen nach. Danach kam der griechische Patriarch mit seinen Anhängern. Zum Schluss kam die armenische Geistlichkeit mit einer prachtvollen Prozession, geführt durch ihren Katholikos.

    Sie begannen, das Wasser des Flusses zu segnen. Das Evangelium lasen sie armenisch und griechisch, tauchten ein Kreuz ins Wasser ein und ließen eine Taube aus der rechten Seite fliegen. Danach haben der König und auch andere sich mit diesem gesegneten Wasser besprengt….“

    Weihnachtliche Bräuche
    Ծննդեան Սովորութիւններ

    Die vorweihnachtlichen sieben Tage (29. Dezember – 5. Januar) nennt man vorweihnachtliche Fastenwoche (arm. Dznntyan Shapatabahk). Während dieser Woche ist untersagt, abends zu arbeiten, sonst „ärgert man Christus“. In manchen Orten dürfte man an diesen Tagen bestimmte Hausarbeiten nicht machen. Man sollte sich körperlich und seelisch zum wichtigsten Fest der Heiligen Geburt vorbereiten. Nach dem Sonnenuntergang soll man zur Kirche gehen, um an dem vorweihnachtlichen Dschrakaluytz-Abendgottesdienst beizuwohnen und Hl. Kommunion zu empfangen. Nur nach der Heiligen Kommunion darf man das Fasten brechen. Nach dem Besuch der Kirche sollen alle nach Hause kommen, zu einem gemeinsamen Abendessen. Das Hauptgericht soll am diesen Abend der Fisch sein. Auf dem Tisch soll eine Kerze bzw. der vorweihnachtliche Kerzenkranz sein. Die siebte Kerze, die Jesus Christus symbolisiert, und mit ihm die übrigen 6 Kerzen des Kranzes sollen angezündet werden.

    Uns ist hier in Deutschland der Adventskranz mit vier Kerzen bekannt. Aber leider ganz-ganz wenige von uns wissen, dass auch die Armenier einen Adventskranz bzw. vorweihnachtlichen Kerzenkranz haben, jedoch nicht mit vier, sondern mit sieben Kerzen. Und er hat sieben Kerzen, weil die armenische Adventszeit bzw. vorweihnachtliche Besinnungszeit nicht vier wie bei den Deutschen, sondern 6 Sonntage hat. Und die siebte Kerze zündet man nach dem Abendgottesdienst am 5. Januar oft beim gemeinsamen Familienessen.

    An den Weihnachtstagen sind die gegenseitigen Besuche, die zum Neujahr sehr verbreitet waren, nicht verbreitet. Die Leute haben einander entweder in der Kirche, oder bei den anschließenden Festen oder bei der Begegnung auf der Straße gratuliert. Eine Ausnahme bildete der Besuch zu der Familie, die im vergangenen Jahr ein Todesfall hatte.

    Haussegnung
    Տնօրհնէք

    Es ist bis zum heutigen Tag ein ziemlich verbreiteter Brauch, zu Weihnachten und zu Ostern die Wohnungen durch den Gemeindepfarrer segnen zu lassen. Man nennt diesen Brauch als „Haussegnung“ (arm. Dunorhnek). Nach den kirchlichen Feierlichkeiten besucht der Priester die Wohnungen seiner Gemeinde, überbringt die weihnachtliche bzw. österliche Botschaft den Familien und segnet mit einem speziellen Ritus die Wohnung und die Bewohner. Die Haussegnung ist also ein guter Anlass, den Gottessegen durch den Geistlichen zu empfangen. Es ist aber gleichzeitig eine gute Gelegenheit, ihn kennen zu lernen, über kirchlich-religiöse Themen ins Gespräch zu kommen, ihm ihre Sorgen und Nöte anvertrauen zu können.

    Für die Haussegnung gibt es keine bestimmte Uhrzeit. Es kann sowohl vormittags, als auch nachmittags, als auch abends abgehalten werden. Die Anwesenheit aller Familienmitglieder ist obwohl erwünscht, aber keine Voraussetzung. Für die Haussegnung braucht man, nur ein Stück Brot, ein Glas Trinkwasser und etwas Salz vorzubereiten. Diese drei Haupternährungsmittel werden vom Priester während der Haussegnung gesegnet.

    Außerdem war und ist es bei den Armeniern ein schöner und beispielhafter Brauch, am Vorabend eines kirchlichen Hauptfestes, also auch vor Weihnachten, die Wohnung zu beweihräuchern.

    „Kristos dznav yev haydnetzav“
    „Orhnyal e haydnutyunn Krisdosi“
    „Dzezi, mezi medz avedis“

    „Քրիստոս ծնաւ եւ յայտնեցաւ”
    „Օրհնեալ է յայտնութիւնն Քրիստոսի”
    „Ձեզի, մեզի մեծ աւետիս”

    „Christus ist geboren und erschienen“
    „Gesegnet sei die Erscheinung Christi“
    „Euch und uns eine frohe Botschaft“

    Neujahr bei den Armeniern



    Neujahr bei den Armeniern
    Հայկական Նոր Տարին

    Vorwort | Amanor | Neujahrsgerichte | Bräuche | Festbaum |

    Vorwort

    Die Identität und Kultur eines Volkes oder einer Nation finden ihre praktische Verwirklichung in erster Linie in den Bräuchen, Traditionen und Festen dieses Volkes oder dieser Nation. Kennen wir unsere Feste und Traditionen? Feiern wir unsere nationale, kirchliche oder staatliche Feste? Und feiern bedeutet nicht allein, einen Festabend mit Live oder DJ-Musik zu organisieren und essen, trinken und tanzen.

    Für viele Armenier sind die Begriffe „Identität“ oder „Kultur“ leider nur abstrakte Definitionen. Wir fühlen uns Armenier, wir lieben unsere Kultur, oft sind wir stolz, ein altes und kulturreiches Volk und der erste christliche Staat dieser Welt zu sein, aber geben uns kaum Mühe, dieses „Armeniertum“ (arm. Հայկականութիւն) in unserem Leben zu praktizieren.

    Um das Obenerwähnte zu verdeutlichen, bringen wir einige Beispiele:

    Wie viele von uns wissen, dass man in Armenien am 7. April eines jeden Jahres den Muttertag und das Fest der Schönheit (arm. Մայրութեան եւ Գեղեցկութեան Տօն) feiert? Es zu wissen, ist nicht ausreichend. Wie viele von uns haben am diesen Tag versucht, ihrer Mutter oder Schwester oder Freundin einen Blumenstrauß oder ein Geschenk zu kaufen und zu überreichen und zu sagen, aus welchem Anlass sie es tun.

    Wie viele von uns wissen, dass die Armenier, beginnend vom Weihnachtsfest bis zur Maria Himmelfahrt, also bis Mitte August, keine Weintrauben essen? Es zu wissen, ist nicht ausreichend. Wie viele von uns tun es?

    Wie viele Eltern geben ihrem Kind oder ihren Kindern das Weihnachtsgeschenk nicht am 24. oder 25. Dezember, sondern am 31. Dezember bzw. am 5. oder 6. Januar?

    Wie viele von uns fasten vor dem Osterfest?

    Wie viele von uns wissen, dass die Armenier und die Armenische Kirche jedes Jahr am zweiten Samstag im Oktober unter dem Namen „Fest der Hl. Übersetzer“ (arm. Սրբոց Թարգմանչաց) das Fest unserer Sprache und unserer Kultur feiern?

    Wie viele von uns feiern Vardananaz (arm. Վարդանանց)? Haben wir den Namen „Vardananz“ schon mal gehört? Wie viele von uns wissen und feiern den Unabhängigkeitstag der Republik Armenien (arm. Հայաստանի Անկախութեան Տօն)? Wie viele von uns wissen Vardavar (arm. Վարդավառ), Dyarnentaratsch (arm. Տեառնընդառաջ, im Volksmund auch Տէրընդեզ), Hampartzum (arm. Համբարձում), Surp Sarkis (arm. Սուրբ Սարգիս), Dzaghgazart (arm. Ծաղկազարդ, im Volksmund auch Ծառզարդար)? Diese Liste der armenischen Volks- und Kirchenfeste können wir noch weiter fortsetzen. Wie passend sind hier die Worte des seligen Katholikos Aller Armenier, Karekin des Ersten, der aus Anlass des Festes Maria Himmelfahrt gesagt hat:

    „Traditionen sind die verbindenden Elemente der Identität der Völker, die, wenn sie ignoriert, vergessen oder verachtet werden, Farblosigkeit bewirken und Entstellung der Identität dieser Völker hervorrufen….

    Im Ausland, wo die Armenier in der Verstreuung leben, können sie sich keine geistige Zerstreuung erlauben. Mit anderen Worten, man sollte keine Haltung der Gleichgültigkeit und des selbst zerstörerischen Übersehens gegenüber den eigenen heimatlichen Traditionen an den Tag legen. Halten wir mit der Welt Schritt, ohne aber von unserem Weg abzukommen….

    Du begehst keine Todsünde, falls Du vor dem Fest zur Maria Himmelfahrt Trauben isst, und Du würdest auch nicht zur Hölle verdammt werden… Wenn Du solange wartest, bis die Kirche diese Trauben segnet, würdest Du nicht einmal eine Haaresbreite von der voraneilenden Welt zurückbleiben. Wenn Du aber entscheidest, Trauben nicht zu essen und es Dir nicht peinlich ist, Deinem Freund oder Nachbarn zu erklären, dass Du dies wegen Deiner Achtung der nationalen Traditionen tust, ist es Dein Volk, das in Dir zu Deinem nationalen Bewusstsein appelliert und Dich zur Bewahrung der Traditionen auffordert. Sei sicher, dass Du dadurch von den anderen nicht verachtet, sondern von gebildeten und selbstbewussten Menschen geachtet wirst.

    … Vergiss niemals, dass für uns, die fern von unserem Heimatland leben, unsere eigenen Traditionen (und Feste) das Heimatland in unserem Leben sind.“

    (Karekin I., Katholikos Aller Armenier, „Erkenne Dich selbst“)

    Gaghant bzw. Amanor
    Կաղանդ կամ Ամանոր

    Seit Beginn der Menschenzeit haben unterschiedliche Völker die Zeit in bestimmte Zeitperioden geteilt. Diese Zeitperioden, wenn sie auch nicht genau dieselbe Dauer hatten wie heute, wurden (aber) als Jahr bezeichnet. Das Jahr hatte selbstverständlich auch einen Beginn. Bei den verschiedenen Völkern wurde der Beginn eines Jahres in unterschiedlichen Jahreszeiten gefeiert. Es gibt auch heute viele Völker, die einen eigenen Jahresbeginn haben.

    Das armenische Volk hat Jahrzehntelang den Jahresbeginn, Anfang des armenischen Monats „Navasart“ (arm. Նաւասարդ), mit der heutigen Zeitrechnung am 11. August, gefeiert. Das armenische Wort „Navasart“ bedeutet schon Neujahr.

    Eine Zeitlang war es auch verbreitet, den Jahresbeginn Anfang des Frühlings zu feiern. Der Jahresbeginn wurde mit dem Wiedererwachen der Natur verglichen.

    Die endgültige Entscheidung, den armenischen Neujahrbeginn am 1. Januar zu feiern, traf der Katholikos Aller Armenier, Simeon Yerevantzi, während seiner Amtszeit als Oberhaupt der Armenischen Kirche (1763-1780).

    Die Armenier haben den ersten Tag des Jahres als Gaghant, Amanor, Nor Dari oder Daremud bezeichnet. Die Bezeichnung „Gaghant“ war und ist mehr bei den Westarmeniern verbreitet. Diese Namen haben selbstverständlich auch ihre Erklärungen bzw. Bedeutungen. Die Neujahrsbräuche hatten in den unterschiedlichen Provinzen Armeniens ihre Besonderheiten. Trotz dieser Besonderheiten hatten sie aber inhaltliche Gemeinsamkeiten.

    Am Vortag des Festes wurden die Häuser und Wohnungen aufgeräumt, gründlich gereinigt und in Ordnung gebracht. Es mussten auch die ganze Möbel, Hausratsgeräte und Geschirr sowie die Wäsche gründlich gereinigt werden. Parallel hat man aus der Wohnung alle nicht mehr gebräuchlichen Sachen und Möbel entsorgt. Bei Bedarf wurde die Wohnung saniert und gestrichen. In der Wohnung sollte also der Duft der Sauberkeit herrschen. Alle Familienmitglieder zogen neue Kleider an. Wenn es in der Familie Missverständnisse, Gröle bzw. Verfeindungen gab, hat man versucht, sie vor dem Fest zu klären und wegzuräumen, sowie die betroffenen Personen miteinander zu versöhnen.

    Neujahrsgerichte
    Ամանորեան Կերակուրներ

    Es war ganz wichtig und sehr verbreitet, vor den Festtagen Brot (am meisten Lawasch/Լաւաշ) zu backen, auch wenn man noch genügend Brot hatte. Das Neujahr sollte man mit neuem Brot beginnen.

    Es wurden unterschiedliche traditionelle Gerichte vorbereitet. Da der 1. Januar in der vorweihnachtlichen Fastenwoche liegt, hat man grundsätzlich Fastengerichte zubereitet. Es war üblich, 7 unterschiedliche Gerichtarten vorzubereiten.

    Bis heute bereitet man einige dieser Gerichtarten zum Silvester oder zum armenischen Weihnachtsfest vor, wie z. B. Anuschabur. Es ist ein etwas süßes Gericht, das man aus gepochten Weizen sowie aus Honig, Walnüssen, Rosinen und Granatapfel gemacht hat.

    Ein anderes Beispiel ist Topig, das man aus Bulgur und Kichererbsen gemacht hat.

    Ein weiteres Beispiel ist Basutz Dolma (Dolma für Fastenzeit), das man als Sudi Dolma (Unwahres Dolma) bezeichnet. Man hat die gerollten Weinblätter ohne Fleisch mit Bulgur, Reiß, Kichererbsen, Bohnen befüllt und im etwas Wasser mit Olivenöl gekocht. Verbreitet war auch Mayramabur (Maria’s Gericht), das aus gepochten Weizengraupe und Rosinen sowie getrockneten Aprikosen und Pflaumen zubereitet wurde.

    Auf dem Festtisch durften die unterschiedlichen Früchte nicht fehlen. Sie waren sehr wichtig für einen Festtisch. Frisch oder getrocknet sollten 7 Obstsorten auf den Tisch kommen. Frische Obstsorten, wie Apfel, Birne, Quitte, Granatapfel, Weintrauben, Melone, Datteln und getrocknete Obst, wie getrockneten Pflaumen, Aprikosen, Äpfel, Feigen, Datteln, Maulbeeren sowie Rosinen. Auch 7 Hülsenfrüchte, wie z. B. Walnüsse, Mandel, Haselnüsse, Aprikosen-, Wasser- und Honigmelonenkerne, sollten ebenfalls aufgetischt werden. Zu erwähnen sind auch armenische Sudschug (Walnüsse im verdickten Aprikosensirup, auf Armenisch Enguzyerschig) und Basturma (Gewürztes und gepresstes Rinder- Dörrfleisch, auf Armenisch Abucht).

    Es kamen auch unterschiedliche Kuchen und Gebäcke auf den Tisch. Der wichtigste Kuchen bzw. Gebäck war das armenische Gata. Es ist ein Gebäck aus Weizenmehlteig, gefüllt mit Honig und gepochten Walnüssen vorbereiteter Kreme oder Paste (arm. Chorißch oder Choriz). Man versteckt eine Münze oder ein Obstkern im Gata. Wer das Kuchenstück mit diesem Stück bekam, sollte das kommende Jahr für ihn Glück bringen und fruchtbar sein.

    Das Festessen zum Neujahr begann am Abend des 31. Dezember. Alle Familienmitglieder mussten anwesend sein. Das älteste Familienmitglied segnete den Tisch, hob das erste Glas hoch und hielt die erste Tischrede, in der er allen gratulierte und vorschlug, mit dem ersten Glas auch etwas Honig zu essen: „Essen wir süßen Honig, damit wir das ganze Jahr zu einander süßes reden, von einander süßes hören, mit einander süß umgehen“.

    Bräuche
    Սովորութիւններ

    Zu den Silvester- bzw. Weihnachtsbräuchen gehörten auch die Rundgangsbesuche der 10-14 jährigen Mädchen und Jungs, die Haus für Haus besuchten und den Hausbewohnern aus Anlass des Festes gratulierten. Vor jedem Haus fing die Gruppe der Kinder an, Neujahrs- und Weihnachts- sowie frei erfundene Lieder zu singen und singend zum Fest zu gratulieren. Die Texte der frei erfundenen Lieder beinhalteten Glückwünsche und Lob für die Mitglieder des Hauses. Singend baten Kinder, ihnen etwas aus dem Festtisch zu geben usw. Diese Rundgänge dauerten 5-6 Tage zwischen Silvester und dem armenischen Weihnachtsfest.

    Nach der Silvestermitternacht war und ist es bis heute verbreitet, die engen Verwandten und Freunden zu besuchen und zum Jahreswechsel zu gratulieren. Man durfte die Haustüren an diesem Abend und in dieser Nacht nicht abschließen. Sowohl in der Nacht als auch am Frühmorgen konnten Besucher kommen. Es war ganz wichtig, die oder den Ältesten der Familie, aber auch den Taufpaten bzw. Trauzeugen, den Dorfmeister, den Gemeindepfarrer zu besuchen. Die Besucher sollten den Besuch nicht mit leeren Händen abstatten. Wenigstens sollte man einen Apfel mitnehmen und auf den Obsttisch legen, mit guten Wünschen und Segenssprüchen für die jeweilige Familie oder die Person. Sowohl die Bewohner als auch die Gäste sollten darauf achten, das Haus oder die Wohnung erst mit dem rechten Fuß zu betreten, da sonst die Familie viel Unglück während des kommenden Jahres erwarten könnte.

    Ein schöner armenischer Brauch war es und ist, zur Silvesternacht einander Granatapfel zu schenken. Der Granatapfel war und ist bei den Armeniern das Symbol der Fruchtbarkeit und der Fülle. Mit der Schenkung des Granatapfels wünschte man den Verwandten und Freunden, dass das kommende Jahr fruchtbar und Wohl bringend für sie wird. Bis heute schenkt der armenische Patriarch von Jerusalem bei seinem Neujahr- und Weihnachtsempfang den eingeladenen Gästen einen Granatapfel.

    Aus der armenischen Geschichte ist bekannt, dass die armenischen Könige und Fürsten aus Anlass des Neujahrsbeginns verschiedene sportliche aber auch literarische und musikalische Wettbewerbe und Feste organisierten, die unter dem Namen „Navasartyan Orer oder Spiele“ (arm. Նաւասարդեան Օրեր կամ Խաղեր) bekannt sind.

    Festbaum
    Տօնածառ

    Heute ist es schwer, das Neujahr oder Weihnachtsfest ohne den Weihnachtsbaum (arm. Festbaum/Տօնածառ) vorzustellen. Es ist eine sehr alte Tradition und war und ist bei den sehr vielen Völkern, auch bei den Armeniern, verbreitet. Es gibt viele Legenden und Märchen über den Weihnachtsbaum. Man geht davon aus, dass der Gebrauch des Weihnachtsbaums eine deutsche Tradition ist. Die erste schriftliche Erwähnung des Weihnachtbaums kommt aus dem Jahre 1605. Einer anderen Erzählung nach bringt Martin Luther zum Weihnachtsfest einen Tannenbaum nach Hause und seine Familie schmückt es zum Fest. Es soll ein Tannenbaum gewesen sein. So begann die Verbreitung der Tannenbaums als Weihnachtsbaum auf der ganzen Welt. Es war aber nicht immer der Tannenbaum. In einigen Provinzen Armeniens war z. B. bis zum letzten Jahrhundert üblich, einen Olivenbaumzweig zu schmücken, den man als Silvesterbaum (Կաղանդի Ծառ) bezeichnete. In einigen Provinzen war auch ein „Getreidebaum“ verbreitet, den man mit unterschiedlichen kleinen Symbolen, die das Böse abwenden (Չարխափան) sollten, schmückte.

    * * *
    Obwohl der Beginn eines neuen Jahres kein kirchliches Fest ist, ist es aber symbolisch mit der Geburt von Jesus Christus verbunden. Der Beginn des Jahres ist auch eine Geburt; die Geburt des neuen Jahres, womit viel Hoffnung und Erwartungen verbunden sind. Die Hoffnung und Erwartungen sind auch untrennbare Teile der weihnachtlichen Feste. Das Christentum betrachtet die Geburt von Jesus Christus als Antwort Gottes auf diesen Hoffnungen und Erwartungen. Jesus Christus kam, damit der Mensch den Sinn seines Lebens neu definiert. Aus diesem Grund wird auch am 1. Januar eine Hl. Messe abgehalten. Anschließend findet auch ein Fürbittgebet für die Armenische Kirche und ihr Oberhaupt, für das armenische Volk und die Republik Armenien. Viele Armenier kommen am diesen Tag zur Kirche und beginnen das neue Jahr mit dem Empfang der Heiligen Kommunion. Neben dem Präsidenten der Republik Armenien gratuliert auch der Katholikos Aller Armenier mit einer Fernsehansprache dem armenischen Volk in Armenien und in der ganzen Diaspora. Diese Ansprache wird am 1. Januar in allen armenischen Kirchen der Welt vorgelesen.

    Verklärung Christi/Վարդավառ


    Das Fest der Verklärung Christi. Vardavar.
    Տօն Այլակերպութեան Տեառն՝ Վարդավառ

    Das Hochfest | Das Datum des Festes | Das Wort ”Vardavar” | Volksbräuche zum Vardavar | Namenstage zum Vardavar | Տօն Այլակերպութեան | Տօնի թուականը | ”Վարդավառ” բառի իմաստը | Վարդավառի սովորոյթներ | Անուանակոչութիւններ Վարդավառին |

    Das Hochfest

    Alljährlich feiert die Armenische Kirche 14 Wochen oder 98 Tage nach dem Ostersonntag das Fest der Verklärung Christi, im Volksmund „Vardavar“ genannt. (Dieses Jahr fällt es auf den 27. Juli). Dieses Fest, das eines der 5 Hochfeste der Armenischen Kirche ist, vereinigt in sich, wie auch viele andere kirchlichen Feste, das Religiöse und das Volkstümliche.

    Im christlichen Sinne wird bei diesem Fest an ein wichtiges Ereignis im Leben unseres Herrn erinnert (Siehe Matthäus 17, 1-8; Markus 9, 1-7; Lukas 9, 29-36 sowie 2. Petrus 1, 17-18). Weiterlesen »

    Die Heiligen von Hripsimé, Hl. Gregor der Erleuchter und die Gründung von St. Etschmiadzin


    Die Heiligen von Hripsimé, Hl. Gregor der Erleuchter
    und die Gründung von St. Etschmiadzin

    Հայերէն

    Obwohl sich das Christentum in Armenien in den ersten drei Jahrhunderten n. Chr. allmählich verbreitete, blieb es dennoch eine heimliche und verfolgte Religion. Die Geschichte bezeugt eine Reihe von Märtyrern und Märtyrerinnen für Christus in Armenien, wovon die Letzteren die Jungfrauen Hl. Hripsimé und die Hl. Gayané (Հայերէն՝ Սուրբ Հռիփսիմէ եւ Սուրբ Գայանէ) und deren Mitstreiterinnen waren sowie der Hl. Gregor der Erleuchter (Հայերէն՝ Սուրբ Գրիգոր Լուսաւորիչ), der schreckliche Folter und Einkerkerung im Verlies von „Chor Virap“ erleiden musste.

    An diese historischen Ereignisse gedenkt die Armenische Kirche in der zweiten Woche nach dem Pfingstfest. (Dieses Jahr zwischen 16. und 22. Juni). Weiterlesen »

    Zweiter Palmsonntag/Երկրորդ Ծաղկազարդ


    7. Sonntag der Osterzeit. Zweiter Palmsonntag
    Սբ. Զատկական Է Կիրակի: Երկրորդ Ծաղկազարդ

    Die Armenisch-Apostolische Kirche hat zwei Sonntage im Jahr, die sie als Palmsonntag bezeichnet. Der erste ist der dem Fest der Auferstehung des Herrn (Osterfest) vorangehende Sonntag, an dem wir den Einzug Jesu in Jerusalem feiern. In den Evangelien lesen wir: “Viele Menschen breiteten ihre Kleider auf der Straße aus, andere schnitten Zweige von den Bäumen und streuten sie auf den Weg. Die Leute aber, die vor ihm hergingen und die ihm folgten, riefen: Hosanna dem Sohn Davids! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe! Als er in Jerusalem einzog, geriet die ganze Stadt in Aufregung…” (Matthäus 21, 8-10) Weiterlesen »

    « Vorangehende Artikel
    Top